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Nr. 8 von 459 Publikationen

Zur Tätigkeit verdammt
 

von Rechtsanwältin Katrin Dittert
 

Was können Wohnungseigentümer tun, wenn durch die Untätigkeit des Verwalters Schäden drohen?

WAS STEHT INS HAUS?

Mir gehört eine Wohnung in einer Wohnungseigentümergemeinschaft. Leider weigert sich unser Verwalter, sich um dringend notwendige Instandsetzungen am Gemeinschaftseigentum zu kümmern. Vermutlich gibt es ein gebrochenes Rohr, jedenfalls wurden auch in meiner Wohnung erhebliche Feuchtigkeitsschäden festgestellt. Einer der Eigentümer forderte die Einberufung einer WEG-Versammlung, was aber nicht geschah. Auch liegen weder die Jahresabrechnung für das vergangene Jahr noch der neue Wirtschaftsplan vor. Der Verwalter reagiert einfach nicht. Was können wir tun?

WAS STEHT IM GESETZ?

Grundsätzlich entscheidet die Eigentümerversammlung über Instandhaltungen und Instandsetzungen am Gemeinschaftseigentum.

Ein Verwalter darf eigenmächtig nämlich keine umfassende Sanierung beauftragen, es sei denn, es handelt sich um unaufschiebbare oder dringend gebotene Maßnahmen. Eine solche Notgeschäftsführung gemäß Paragraf 27 Abs. 1 Nr. 3 WEG (Wohnungseigentumsgesetz) darf der Verwalter auch ohne vorherigen Beschluss ausführen lassen. Unaufschiebbare Maßnahmen darf gemäß Paragraf 21 Abs. 2 WEG übrigens auch jeder Eigentümer ohne Beschluss treffen, wenn dem gemeinschaftlichen Eigentum unmittelbar ein Schaden droht. Bei weiterführenden Maßnahmen ist der Verwalter jedoch gehalten, entsprechende Beschlüsse der Eigentümer vorzubereiten und durchzuführen. Er hat notfalls auch eine außerordentliche Eigentümerversammlung einzuberufen. Tut er dies nicht, kann die Einberufung von mindestens einem Viertel der Eigentümer verlangt werden, wenn sich aus der Teilungserklärung oder Gemeinschaftsordnung nichts anderes ergibt. Zu den Aufgaben des Verwalters gehören auch die Aufstellung einer Jahresabrechnung und des Wirtschaftsplans. Wenn, wie Sie sagen, der Verwalter einfach nicht reagiert, kann er auch gerichtlich zur Einberufung der Versammlung und zur Vorlage der Abrechnung und des Wirtschaftsplans gezwungen werden. Das können die Eigentümer ihm sinnvollerweise androhen, möglicherweise reagiert er hoffentlich dann.

UND WIE STEHEN SIE DAZU?

Ob gravierende Feuchtigkeitsschäden drohen und eine Eigentümerversammlung nicht abgewartet werden kann, sollte sorgsam geprüft werden. Sie sollten mit mindestens einem Viertel der Eigentümer den Verwalter schriftlich zur Einberufung der Versammlung auffordern, am besten per Einschreiben. Anruf, Fax oder E-Mail genügen nicht. Bleibt der Verwalter weiter untätig, können Sie die Versammlung vom Eigentümerbeirat einberufen lassen. Auch eine spontane, von allen Eigentümern gemeinsam einberufene Versammlung ist möglich. Wichtig ist, die Abrechnung und den Wirtschaftsplan beim Verwalter anzumahnen. Wird auch dann noch kein Wirtschaftsplan vorgelegt, sollten die Eigentümer rechtzeitig vor Jahresende die Fortgeltung des alten Wirtschaftsplans beschließen, damit wenigstens Wohngeldvorschüsse weiter fällig werden.

 

Datum: 15.04.2017
Quelle: Der Tagesspiegel
 

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